Newsletter vom 11. Juni 2015

Liebe Leserinnen und Leser!

Windparkplanungen bleiben akut. „Fünf Windräder müssten es schon sein, sonst rechnet sich der Windpark am Asberg nicht“, so äußerte sich der Vertreter der Energieversorgung Mittelrhein (EVM) vor zwei Jahren auf einer Bürgerinformationsveranstaltung der Verbandsgemeinde. Jetzt mehren sich die Indizien, dass diese Wirtschaftlichkeitsgrenze für die EVM keine Rolle mehr spielt. Es wäre deshalb fatal, sich darauf zu verlassen, dass die EVM in Kürze das Handtuch wirft. Wir müssen dran bleiben.

Verwirrung um dänisches Windkraftmoratorium. In unserem März-Newsletter hatten wir über ein Windkraftmoratorium in Dänemark berichtet. Da mögliche gesundheitliche Auswirkungen des Infraschalls weder wissenschaftlich abschließend bewiesen noch widerlegt sind, haben sich die Dänen Zurückhaltung beim weiteren Ausbau der Windenergie auferlegt, bis ein entsprechendes wissenschaftliches Gutachten vorliegt. Baden-Württemberg hat die damaligen Berichte der Zeitung „Die Welt“ zum Anlass genommen, direkt in Dänemark nachzufragen. Die Antwort der dänischen Energieagentur sollte man kennen, denn sie bietet Anlass zur Konfusion. Zunächst heißt es darin: „Die Entwicklung der Windkraft in Dänemark stimmt nicht mit den Informationen überein, die im Artikel der Zeitung „Die Welt“ geschildert werden“. Liest man jedoch weiter, so erfährt man: „Der Grund für die Erstellung der Studie in Dänemark ist die allgemeine Sorge über mögliche Gesundheitsrisiken in Verbindung mit dem Lärm von Windrädern von Bürgern in Dänemark, aber auch international. Die lange Tradition der Windkraft in Dänemark und die umfassenden zur Verfügung stehenden Daten über die Ursachen von Krankheiten, bieten die Gelegenheit, eine solche Studie durchzuführen und damit unverfälschte Ergebnisse zu erhalten.“ Wie wichtig wissenschaftliche Sicherheit zum Thema Infraschall ist, zeigt eindrucksvoll dieser Fernsehbeitrag.

Anhörung im Verbandsgemeinderat gefordert. Möglicherweise erst im Herbst wird der Verbandsgemeinderat Unkel über den nächsten Schritt zur Flächennutzungsplanung Windenergie entscheiden. Basis für seine Entscheidung dürfen nicht nur die (bekanntlich von der EVM finanzierten) Gutachten sein. Der Verbandsgemeinderat muss sich auch mit den vielen substantiellen Hinweisen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine und Nachbargemeinden auseinandersetzen. Allerdings kann man nur mutmaßen, welche Relevanz der Verbandsgemeinderat Hinweisen und Anregungen beimessen wird, die vor 2 ½ Jahren geschrieben wurden. Wir haben deshalb in einem Schreiben an Bürgermeister Fehr und die Fraktionen eine Anhörung gefordert, in der die damaligen Positionen aktualisiert werden können. Hierfür bietet sich die gemäß § 35 Absatz 2 Gemeindeordnung Rheinland-Pfalz eröffnete Möglichkeit einer Anhörung von Sachverständigen und Vertretern berührter Bevölkerungsteile an. Zu Wort kommen könnten in einer solchen Abstimmung insbesondere Die Naturschutzverbände und die Bürgerinitiativen.

Ein Herz für Lärmgeplagte im Rheintal. Die Beeinträchtigung von Lebensqualität und Gesundheit durch Lärm ist ein wachsendes Problem. Wir möchten deshalb auf Unterschriftslisten hinweisen, die in der Verbandsgemeindeverwaltung Unkel ausliegen. In diese Listen können sich Bürgerinnen und Bürger eintragen, die ihren Unmut über die beabsichtigte Aufhebung des Verbots von Schwerlastverkehr auf der B 42 zum Ausdruck bringen wollen.

Beste Grüße

Pro Naturpark Pur